Die Gesellschaft hat sich gewandelt: Seit den 1960er Jahren befindet sich die Gesellschaft erkennbar in einem tiefgreifenden und rasanten Wandel. Die Wurzeln dieser Prozesse auf allen Feldern (gesellschaftlich, wirtschaftlich) liegen zeitlich noch weiter zurück: Die Bestrebungen von Freiheit und Demokratie beginnen in Europa am Ende des 16. Jahrhunderts (Französische Revolution). In Deutschland werden diese Bestrebungen in den Revolutionen der Geschichte spürbar – im Grunde bis in die Neuzeit (Deutsche Einheit).

Verwoben mit diesen Wandlungsprozessen ist auch die Katholische Kirche – in der großen Spannweite ihrer Aufgaben von Sinnstiftung, ethisches Korrektiv, staatlich-politische Kraft usw. Als „Volkskirche“ gehörte man zwangläufig zu einer christlichen Konfession. Die Zeit der Volkskirche ist vorbei. In der Nachkriegszeit des 2. Weltkrieges gab es noch volkskirchliche Ausprägungen und Strukturen in Deutschland bzw. im Bistum Münster. Heute spricht man von der Kirche im Volk bzw. Kirche für das Volk. Die Menschen sind nicht mehr „automatisch“ Christen, sondern entscheiden sich aus freien Stücken zu einer Zugehörigkeit zur Kirche. Sie entscheiden sich zum christlichen Glauben und nehmen für sie passende Angebote der Kirche wahr. Dass  diese Bindung und die Anschlussfähigkeiten unterschiedlich sind hat 2005 die Studie „Religiöse und kirchliche Orientierungen in den Sinus-Milieus 2005“ deutlich vor Augen geführt. Dass die Kirche nur noch wenige der Menschen erreicht, hat diese Studie ebenfalls drastisch vor Augen geführt. Überalterung, Binnenkonzentration, Milieuverengungen – aber auch eine grundsätzliche Sehnsucht nach „Religion“ bei den so genannten Kirchenfernstehenden Milieus und Gruppierungen.

An dieser Stelle ist die zentrale Fragestellung angebunden: Wie kann eine Kirche zukunftsfähig werden, indem ihre Mitarbeiter zukunftsfähig werden? Wie kann eine Kirche milieusensibel sein, indem Den Rest des Beitrags lesen »

Die Arbeit ist seit einigen Tagen fertig. Über 400 Seiten umfasst das Manuskript. Jetzt kommt die Phase des Gutachtens. Ob und zu wann erste Inhalte auch gebloggt werden können/dürfen, muss ich noch abwarten bzw. nachfragen.

Gelungen (im statistischen wie im hermeneutischen Sinn) ist eine Milieuzuordnung der befragten pastoralen Mitarbeiter(innen) in enger Anlehnung an das Sinus-Milieumodell. Ebenso konnte ich eine zuverlässige Zuordnung bzw. Typisierung nach Amtsverständnis/Priesterbild vornehmen. Vorlage hierzu sind die berufsspezifischen Studien von Paul M. Zulehner. Ein „Cross Over“ beider Typisierungen validiert den jeweiligen Befund: es existiert hier erstmals die inhaltliche wie methodische Verschränkung zweier Wertetypologien. Auf dieser Basis konnten dann die unterschiedlichen Einstellungen und Interessen hinsichtlich des Weiterbildungsverhalten ermittelt und erörtert werden.

Allen Kolleginnen und Kollegen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, sei herzlich Dank gesagt! Mit 45% Rücklaufquote liegt ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis vor. Meine Nichte Mirjam hat unter denen, die sich per mail zurückgemeldet haben, die Gewinner der versprochenen drei Buch-Gutscheine gezogen. Die Kollegen wurden schriftlich benachrichtigt (und aufgrund der anonymen Umfrage hier natürlich nicht namentlich genannt).

Ich hoffe, dass im Spätsommer das ganze Projekt abgeschlossen werden kann – mit gutem Ertrag und zukunftsfähigen Erkenntnissen für uns in der Weiterbildung. Infos gibts laufend auf dieser Website.

Im November konnte ich den Rücklauf abschließen. Es musste noch eine kleine Stichprobe nachgezogen  und 26 Fragebögen ausgesandt werden, um einige Unebenheiten im Abbild des Rücklaufes auszugleichen: es haben sich überdurchschnittlich viele Pastoralreferentinnen beteiligt, einige Priester waren zu wenig. Jetzt liegen 112 Fragebögen vor, von denen drei aussortiert worden sind, da sie in den zentralen Bereichen zu wenig Aussagekraft besaßen. Insgesamt ist das ein ordentlicher Rücklauf – mit einer Fülle an anvertrauten Informationen, die jetzt in diesem Jahr ausgewertet werden. Von 1115 Seelsorgerinnen und Seelsorger (Priester, Diakone, PastoralreferentInnen bis 65 Jahre) wurden 249 insgesamt befragt. Davon haben sich 112 insgesamt zurückgemeldet. Bei der Dateneingabe wurde die Datenmaske schon angepasst; zur Zeit werden die Daten sukzessive aufbereitet.

Allen Kolleginnen und Kollegen, die sich beteiligt haben, sei an dieser Stelle ein herzlicher Dank ausgesprochen: Das Datenmaterial hat materiell wie inhaltlich ordentlich „Gewicht“. In der Qualität stechen besonders die Antworten auf die offenen Fragen hervor.

Bild: pauline@pixelio

Seit 1. September läuft (hoffentlich) die dritte Rücklauf-Welle an. Mittels e-mail wurden die zufällig ausgewählten Seelsorgerinnen und Seelsorger zum zweiten Mal  an die Teilnahme erinnert bzw. dazu eingeladen. Der Zeitpunkt zu Beginn des neuen Schuljahres ist bewusst gewählt – für viele ist die Sommerpause bzw. Urlaubszeit beendet und sie finden möglicherweise im großen Poststapel den Fragebogen vor. Bislang sind 97 Rücksendungen eingetroffen und von mir in SPSS eingegeben. Das ist ein sehr erfreulicher Wert. Genial wäre es, wenn in den kommenden Tagen die 100er Grenze weit überschritten wird. Die recht umfangreichen Fragenbatterien am Ende des Fragebogens funktionieren am besten ab einer Rücklaufzahl von 120 Fragebögen bzw. Personen.

In der schriftliche Befragung werden die üblichen soziodemografischen Daten erfragt: das sind Geburtsjahr (um das Durchschnittsalter festzustellen bzw. Altersgruppen zu formen – üblicherweise in Dekaden), Haushaltsnettoeinkommen und Haushaltsgröße.  Um diese Daten statistisch verwendbar zu machen, bedarf es einer recht umfangreichen Umrechnung und Gewichtung der Daten. Damit werden die Fälle  untereinander vergleichbar und können in Einkommensgruppen gruppiert werden.

Das ganze funktioniert über die Ermittlung  des Äquivalenzeinkommens des einzelnen Probanden: Das gesamte Haushaltsnettoeinkommen wird durch die Anzahl Den Rest des Beitrags lesen »

Befragt wird eine Grundgesamtheit von über 1100 Priester, Diakone und PastoralreferentInnen im Bistum Münster. Daraus wurde eine Zufallsstichprobe gezogen, deren Größe mittels F-Test und dem Applet GPower bestimmt wurde.

Die Auskunft dieses Applets besagte, dass mit eine Zahlengröße von 158-160 Personen (bei drei Gruppen: eben Priester, Diakone und PastoralreferentInnen) ist ein gewissses Maß an Repräsentativität gewährleistet ist. Um auf Nummer sicher zu gehen (schließlich kann man davon ausgehen, dass der Rücklauf nicht 100% betragen wird) sollten 200 Probanden befragt werden. Das wäre jeder 5,5te gewesen. Großzügig auf „ganze Menschen“ gerundet wurde also jeder fünfte aus den Listen zufällig ausgewählt – sortiert nach den Berufsgruppen. Somit sind am 3. Juli 223 Briefe mit Anschreiben, Rücksendemschlag (frankiert) und Fragebogen als Infobrief verschickt worden, um in den darauffolgenden Tagen im gesamten Bistum in zufällig ausgewählte Seelsorger-Briefkästen zu landen. Den Rest des Beitrags lesen »

Bald zwei Jahre Vorbereitungszeit liegen jetzt hinter mir: Themenfindung mit Lesen, Nachdenken, Zufällig auf geniale Ideen kommen, verwerfen, Exposé schreiben, SPSS-Seminare besuchen, Fragebogen erstellen etc. Seit Anfang Juli (genauer seit dem 3. Juli 2010) kommt das  Anliegen der Promotion in die heiße Phase: Die Umfrage ist auf dem Weg. Ob alles funktioniert wird sich in den kommenden Wochen herausstellen.

Bild: Thorsten Wengert /pixelio.de